Ein Familienherz für den Wünschewagen

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Luisa Garthof, Marko Trenkler und Kathrin Roussiere erfüllen letzte Wünsche mit dem Wünschewagen

Magdeburg, Herrenkrug. Es ist herbstlich frisch und die BKK VBU hat zum Businessclub zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement geladen. Viele Gäste aus diversen Unternehmen sind vor Ort und bekommen Impulse zum Thema Mitarbeiter*innengesundheit. Ein sehr gelungener Abend, zu dem sich auch das Familienherz eingeschlichen hat. Denn auch der Wünschewagen Sachsen-Anhalt ist vor Ort und wir haben mal wieder eine Mission: Ein Familienherz soll verliehen werden.

Der Wünschewagen macht genau das, was sein Name schon andeutet. Er erfüllt Wünsche. Letzte Wünsche.

„Noch einmal das Meer sehen.“

„Noch ein letztes Mal die Ehefrau sehen, die in einem anderen Krankenhaus liegt.“

„Noch einmal Zeit mit der Familie verbringen.“

„Die Hochzeit von geliebten Menschen noch miterleben dürfen.“

Das sind nur ein paar der vielen letzten Wünsche, die die ehrenamtlichen Wunscherfüller*innen-Teams aus medizinischem Personal und engagierten Begleitpersonen aus der Bevölkerung in Zusammenarbeit mit dem ASB erfüllen. Die Wünscher*innen, also die Mitfahrenden sind mal nur fünf, mal 92 Jahre alt und werden hier und in den 17 weiteren Wünschewägen, die in der ganzen Bundesrepublik verteilt sind, liebevoll betreut. Sie sind schwer krank und müssen medizinisch betreut werden, was das Erfüllen von letzten Wünschen für die Angehörigen meist unmöglich macht. Hier kommt der Wünschewagen zum Einsatz. Doch dieser ist kein einfacher Rettungswagen. Die Medizintechnik und alles, was ans Kranksein erinnert ist versteckt, es gibt Blumen, einen Panoramablick dank Vollverglasung und einen zauberhaften LED-Sternenhimmel. Sogar ein DVD-Player ist eingebaut, dieser werde aber eigentlich nie von den Mitfahrenden genutzt, erklärt Luisa Garthof, die die Ehrenamtlichen für den Wünschewagen Sachsen-Anhalt koordiniert.

Voller Begeisterung aber auch voller Demut zeigt sie uns zusammen mit Kathrin Roussiere und Marko Trenkler den Wünschewagen, berichtet von den Mitfahrenden und ihren Wünschen, den Rettungssanitäter*innen, die bei jeder Fahrt dabei sind, um im Notfall zu helfen und den vielen Ehrenamtlichen, die mithelfen, Wünsche zu erfüllen. Dass es kein ganz leichter Job ist, todkranke Menschen zu begleiten, erklärt sich von selbst. Für diese Aufgabe müssen die ehrenamtlichen Begleiter*innen ausgebildet werden.

Das kostet Geld. Viel Geld, das im Zweifelsfall für die Erfüllung von Wünschen fehlt. Darauf wurde unser Magdeburger Vereinsmitglied Sylke Hertel aufmerksam als sie vom Wünschewagen hörte und schwer begeistert sofort Kontakt mit dem Team aus Sachsen-Anhalt aufnahm. Sie bestärkte Luisa Garthof, den Wünschwagen Sachsen-Anhalt für das Familienherz vorzuschlagen und so führte das eine zum anderen.

Bei unserem Besuch in Magdeburg wurden wir schwer beeindruckt: Vom Herzblut von Frau Hertel, dem Wünschwagen und seinen technischen Besonderheiten, der Idee dahinter und dem grenzenlosen Engagement von Luisa Garthof und ihren vielen Helfer*innen. Wir überreichten unser Familienherz mit einem Preisgeld von 3.750 €, das die Ausbildung weiterer Ehrenamtlicher ermöglichen wird.

Dem Wünschewagen wünschen wir immer eine sichere Fahrt und viel Erfüllung beim Erfüllen der vielen letzten Wünsche.

Und hier noch ein paar Eindrücke vom Wünschewagen und der Preisverleihung:

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